One on One mit Brandon Woudstra

Der ehemalige Shooting Guard dürfte nicht nur Ludwigsburgern noch ein Begriff sein. Der mehrfache BBL All Star beendete seine Profilaufbahn unerwartet früh obwohl ihn keine Verletzung dazu zwang. Im Gespräch blickt er auf seine Laufbahn in der BBL zurück und wagt auch einen Blick in die Zukunft.

 

Darijan Briski: Brandon, wo lebst du momentan mit deiner Familie?

Brandon Woudstra: Wir leben in meiner Heimatstadt Orange City in Iowa. Ich bin Dozent am Northwestern College und ausserdem Immobiliengutachter. Jaelye ist im Kindergarten und mein Sohn Leyton ist inzwischen schon 3. Wir erwarten unser drittes Kind in den nächsten Wochen!

Du hast deine Sneaker schon nach der zweiten Saison in Ludwigsburg als gerade einmal 29-jähriger 2009 an den Nagel gehängt! Erzähle uns von deiner Entscheidung und den Gründen.image_1190803271263

Es war eine schwierige Entscheidung und ich habe noch einige Zeit danach nachgedacht, ob es das Beste zu der Zeit war. Ehrlich gesagt, war meine letzte Saison in Ludwigsburg eine sehr frustrierende (das Team erreichte unter Coach Stafford nur einen enttäuschenden 13. Platz). Es war wohl das erste Mal in meinem Leben dass ich keinen Spaß am Spielen hatte. Dies, gepaart mit den Unsicherheiten für die Zukunft in Ludwigsburg (Vertrag, Trainer) und unserem Sohn der unterwegs war,  haben meine Entscheidung bestärkt das Baby in den Staaten zu kriegen und zu sehen was dort passiert. Gott hat immer einen Plan.

6 Jahre Profileben im Ausland, ULEB-Cup und BBL Pokalfinale mit Ludwigsburg, 3x BBL All Star… Was war dein größter Erfolg und deine schönste Erinnerung?

Ich hatte einige tolle Erlebnisse in Europa und in Ludwigsburg. Ich fühlte mich immer geehrt, zum All-Star gewählt zu werden, besonders da die Fans wählten. Ich glaube, mein größter Erfolg und die besten Erinnerungen war die Zeit die ich mit dem Team verbracht habe. Im ULEB Cup zu spielen war eine unglaubliche Erfahrung und im Pokalfinale zu stehen war auch spannend. Die schönsten Erinnerungen sind die heißen Duelle mit großer Rivalität in einer lauten Turnhalle (die alte Ludwigsburger Heimspielstätte Rundsporthalle) zu gewinnen! Es gab nicht viel besseres.

Verfolgst Du noch die Beko BBL?

Klar, ich verfolge die Liga immernoch wöchentlich auf der BBL-Homepage. Es gibt noch viele Spieler und Trainer mit denen ich entweder mit- oder gegen die ich in der Liga gespielt habe und es macht Spaß sie da wiederzusehen. Vor allem sehe ich noch jede Menge Teamkollegen spielen/coachen wie Watts, Goldsberry, Allen, Heiko (Schaffartzik), Mittman oder Silvano (Poropat). Ich genieße es wirklich zu sehen, wie erfolgreich sie sind. Es ist toll dass auf der BBL Seite Video-Highlights von jedem Spiel abrufbar sind.
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Es hat sich einiges bei deinen Ex-Teams getan. Die Giants zogen zuerst um nach Düsseldorf und mussten den Gang in die Pro A gehen, Ludwigsburg hat eine tolle neue Arena und einen neuen Namen! Schaust Du nach deinen ehemaligen Vereinen besonders?

Ich verfolge die Entwicklung und die Spiele von Ludwigsburg natürlich etwas mehr. Besonders weil mit Tim Koch noch ein Spieler im Kader ist, mit dem ich dort zusammengespielt habe. Großartig wie er sich entwickelt.

Wie Du bereits erwähnt hast sind einige deiner alten Mitstreiter wie Heiko Schaffartzik, John Goldsberry oder Ronald Ross noch aktiv, andere wie Stefan Fahrrad und Radisa Zdravkovic begannen eine neue Karriere als Coaches. Besteht noch mit dem ein oder anderem Kontakt?

Tatsächlich mit einigen, meist über Email und Facebook. Nicht so oft wie ich es mir wünsche, aber wir sind nunmal alle beschäftigt.

Apropos ehemalige Spieler die coachen, hast Du jemals für dich über diese Option nachgedacht? Vielleicht als Coach am Collage wie dein Vater oder ein comeback als Coach in der BBL?202918747bbfd4ca2642df229237bef2

Es gab schon mehrmals anfragen bei mir hier in den Staaten von College und High School Teams. Aber jetzt will ich mich zunächst auf die Uni und meine Arbeit konzentrieren. An einem gewissen Punkt kann ich es mir in der Zukunft durchaus vorstellen!

Erzähle uns von deinem Projekt „Blueprint Basketball“ in dem du selbst als Coach tätig bist und die Zusammenarbeit mit der ehemaligen Profispielerin Deb Remmerde die dort ebenfalls als Trainerin aktiv ist

http://www.blueprintbball.com.

Wir haben ein tolles Programm für Nachwuchsspieler auf allen Ebenen. 3 Jahre lang lief das Basketballcamp Vollzeit. Dann kehrte ich ja als Dozent auf die Uni zurück und Deb ist inzwischen Co-Trainerin an der Northwestern, daher ist unsere Zeit nun begrenzt. Die meisten unserer Camps und Trainingseinheiten finden daher in der Offseason (Sommer) statt, da arbeiten wir dann mit Hunderten von Spielern. Vielleicht komme ich ja eines Tages nach Ludwigsburg um dort ein Camp oder ähnliches zu organisieren.

Verfolgst Du eigentlich auch die NBA?

Wenn ich die Möglichkeit habe sehe ich mir Spiele an. Am liebsten sehe ich Spiele von Durant, er ist fähig auf so viele verschiedene Arten zu scoren. Ich mag ihn auch als Spielertyp und seine Art sehr.

Womit verbringst Du deine Freizeit wenn du gerade nicht mit „Blueprint“ zu tun hast?

Ich verbringe natürlich viel Zeit mit der Familie und gehe gerne jagen oder angeln.

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Zum Abschluss, eine Botschaft an deine Fans in Ludwigsburg?
Haltet weiter zu eurem Team, fightet und unterstützt sie! Wenn Fans mit positiver Energie hinter ihrem Team stehen kann es wirklich den Unterschied ausmachen! Auserdem möchte ich mich auch für die Unterstützung bedanken, die ich als Spieler in Ludwigsburg stets erhalten habe. Ich habe immer alles gegeben und getan dass dieses Team erfolgreich ist! Die Fans waren immer hilfsbereit und großzügig zu mir und meiner Familie. Vielen Dank!

Vielen Dank Brandon und alles gute weiterhin, egal wohin dich der Weg führt.

Der Arzt dem die Stars vertrauen

In einer Düsseldorfer Praxis gehen seit einer Weile die Weltstars des Sports ein und aus. Vom Aufgebot und dem Getümmel könnte man meinen die Kardashian’s hätten dort einen ihrer Wohnsitze. Doch der Grund warum all die Stars in diese Praxis Pilgern heisst Dr. med. Peter Wehling. Dieser Name ist vor allem spätestens nach Kobe Bryants Besuch in Düsseldorf in Sportlerkreisen ein Begriff.
Im letzten Jahr musste sich Bryant bereits zum dritten Mal einer Operation im rechten Knie unterziehen, bei der ihm Knochenfragmente entfernt wurden. Anfang des Jahres sagte er sogar, sein Knie fühle sich an, als sei „Knochen auf Knochen“. Diese Form von Arthritis-Problem (Gelenkverschleiß), plagen den Franchise Player der Lakers seit Jahren. Deshalb unterzog sich die „Mamba“ einer experimentellen Prozedur.

Die Wunderheilung trägt den Namen „Orthokin“. Bei der Behandlung wird das Blut des Patienten mithilfe einer Zentrifuge in die einzelnen Bestandteile zerlegt um thrombozytenreiches Plasma (natürlich im Blut vorkommende Schutzprotein) herzustellen. Dieses Plasma wird wiederum in den Wundbereich injiziert und verbessert die Wundheilung und mildert den Schmerz, gerade auch bei chronischen Wunden. Der Eingriff wird immer populärer, da er nur einen minimal invasiven Behandlungszeitraum hat bzw. der „Patient“ sich frei bewegen kann und eine kurze Regenerationszeit fordert.

Diese von Prof. (USA) Dr. med. Peter Wehling entwickelte Arthritis-Behandlung, die in den USA nicht zugelassen ist, soll wahre Wunder bewirken. Weshalb immer mehr amerikanische Spitzensportler nach Düsseldorf reisen. Der Laker Kobe Bryant schwört inzwischen auf den Orthopäden und Sportmediziner aus Deutschland. So nahm auch Baseballprofi und Yankees Star Alex Rodriguez den Tipp von Bryant an und liess sein Blut in der Zentrifuge von Wunderheiler Wehling bearbeiten. Auch NFL Stars wie Quarterback Peyton Manning und Receiver Terrell Owens waren schon Gäste in der Düsseldorfer Praxis. Doch der wohl interessanteste Patient war Papst Johannes Paul II.
Wehlings aktuellster Fall dürfte wohl Andrew Bynum sein, der Center und Sorgenkind der Philadelphia 76ers. Seine Knie-Story läuft seit Monaten, doch auch das berühmteste Knie Philadelphias nähert sich der Besserung.

Orthokin wird derweil in den USA etwas kritisch gesehen. Auch in Deutschland fühlen sich viele beim studieren der Behandlungsmethode an Stichworte wie Tour de France, Lance Armstrong oder Jan Ullrich erinnert. So ergeht es auch den meisten Clubs die ihre Schützlinge mit Schweissperlen auf der Stirn nach good old Germany schicken. Sehr groß ist die Angst dass, ähnlich wie im Blutdoping, Anabolika oder Steroide in das injizierte Plasma gemischt wird und der Spieler Substanzen mit nach Hause bringt die auf der Dopingliste stehen.
Doch die großen Anti-Doping-Agenturen wie NADA und WADA gaben Orthokin bisher den erhobenen Daumen.
So bleibt die Praxis im großen Glaskasten am Stadttor in Düsseldorf der beste Spot für Sportsammler und Autogrammjäger aber auch  für Spitzenathleten.

One on One mit Frank Robinson

Darijan Briski: Frank, wie kamst du zum Basketball?

Frank Robinson: Ich habe mit 5 angefangen. Ich habe meine ganze Kindheit eigentlich Football gespielt und was Basketball betrifft war ich nicht wirklich gut! Meine älteren Cousins wollten mich nie mitspielen lassen, nun lasse ich sie nicht mitspielen. lacht
In der High School wollten alle meine Freunde beide Sportarten betreiben. Ich ging also zum Try Out für das High School Basketball Team und schaffte es nicht. Das machte mir zu schaffen und auch meine Freunde lachten mich aus. Also ging ich die nächsten 3 Monate auf einen Freiplatz in meiner nähe und trainierte für mich selbst! Und mitten in der Saison bat ich den Coach um ein erneutes Try Out. Ich schaffte es diesmal ins Team und wurde Topscorer, nicht nur meines Teams sondern der Liga! Ich entwickelte mich dann so schnell, dass der Coach mir erlaubte von der jüngsten Mannschaft in die ältere zu kommen. Seit da treibe ich mich selbst voran immer besser zu werden!

Zurück zu deiner Kindheit. Du bist in Compton, California geboren und aufgewachsen. Warst du jemals in Probleme oder Konflikte involviert für die Compton berüchtigt ist?

Meine Kindheit war hart, doch ich wurde beschützt durch mein Onkel und meiner Großmutter. Meine Eltern waren nicht zusammen also versuchte meine Mutter uns, meine Schwester und zwei jüngere Brüder, alleine großzuziehen. Bedauerlicherweise kämpfte sie gegen ihre Drogensucht also musste ich mich in einem sehr jungen Alter, früh um meine Familie kümmern da ich von uns Kindern der älteste war. Ich hatte einen Job und sorgte dafür dass meine Geschwister jeden Abend was zu Essen hatten. Wir waren auch ein Jahr obdachlos und lebten in zahlreichen Obdachlosenheimen und bei diversen Freunden. Irgendwann rief ich meine Großmutter an und sprach mit ihr darüber, daraufhin nahm sie uns bei sich zu Hause auf.
In Compton aufzuwachsen ist definitiv hart, doch durch das harte Leben dort entwickelte ich mich zu einer stärkeren Person, und diese Härte verhalf mir Situationen zu bewältigen, die ich ohne diese Erfahrungen so nicht bewältigt hätte! Ich war nie involviert in diese gefährlichen Dinge die um mich herum passierten, doch waren sie stets vor meinen Augen. Ich sah auf jeden fall viele Sachen, die ein Kind nicht sehen sollte. Und je älter ich wurde, umso schlimmer wurden diese Dinge. Doch glücklicherweise nahm uns meine Großmutter auf als ich 14 war und brachte uns in eine andere Umgebung.

 Welcher Spieler hat dich inspiriert in deinen Anfängen und warum?

Ich hatte nicht wirklich einen Lieblingsspieler als ich anfing mit Basketball. Die ersten Spieler die ich mir sehr gerne ansah waren Sedale Threatt, Eddie Jones und Nick van Axel…ich war also ein großer Lakers Fan! Spieler die ich eher studierte waren Michael Jordan und Kobe Bryant, weil sie so komplett waren. Sie waren beide nicht nur großartige Scorer sondern ebenso gute Verteidiger!

Wie war deine College Zeit? Was sind deine Eindrücke der „March Madness“?

Das College war großartig für mich und eine Zeit die jeder Jugendliche erlebt sollte, wie ich finde. Ich finde auch, dass das College die Jugendlichen so formt, wie sie als Erwachsene schlussendlich werden. Das Jahr in dem ich im „March Madness“ spielte war für mich der Anfang meiner Karriere. Ich fühlte immer dass ich es einmal in die NBA schaffe, doch in mein Senior Jahr sah ich meinen Traum vor Augen langsam Realität werden. Doch das Turnier war auch ein Traum für sich, die Atmosphäre ist atemberaubend und alles was man so von anderen Spielern davon hört ist wahr! Es war einfach unbeschreiblich!

Wie kamst du zu deinem Spitznamen „big bank“?

Mein Spitzname „big bank“ ist eigentlich die Kurzform des ursprünglichen Spitznamen aus Collegezeiten „big bank Frank, unstoppable like a tank“ (unaufhaltsam wie ein Panzer). In dem Sommer vor meiner Sophomore Saison spielte ich in dieser Summer Nike League in Los Angeles gegen die besten Spieler der Westküste. Mein Team spielte gegen das Team von Arron Afflalo, der nun für die Denver Nuggets (und nun für die Orlando Magic) spielt. Ich schenkte ihnen 28 punkte in 3 Vierteln ein und der Ansager schrie: „BIG BANK FRANK UNSTOPPABLE LIKE A TANK“! Er meinte, der Coach will den Ball in meinen Händen sehn wenn er Punkte braucht, wie die Leute zur Bank gehen wenn sie Geld brauchen. Am nächsten Tag nannte mich jeder „big bank Frank“. An diesen Tag spielte ich gegen Nick Young von den Washington Wizards (aktuell Philadelphia 76ers) und machte 33 Punkte. Ich führte die Summer League in Punkten an, Young wurde zweiter.

Apropos Sommer, erzähle uns von deinen Erfahrungen der Summer League und dem Camp mit den Atlanta Hawks? Wie fühltest du dich nach dem letzten Cut?

Als ich gecuttet wurde war ich am Boden zerstört! Als wir ins Camp einstiegen wusste ich dass ich keine Chance habe es in die Mannschaft zu schaffen da nur 14 Spieler dabeibleiben durften und ebenso 14 schon unter Vertrag standen. Aufgrund meines Selbstvertrauens und meiner kämpferischen Natur, nahm ich das als Herausforderung und ignorierte diesen Fakt! Ich war sehr nah dran, doch am Ende hat es nicht gereicht. Es war das Beste nach Europa zu gehen und mich als Spieler noch mehr zu Entwickeln. Nun bin ich ein besserer Spieler und habe dieses Jahr eine bessere Chance es in das Team der Hawks zu schaffen!


Deine erste Profistation war Slowenien bei Union Olimpija Ljubljana. Was waren deine ersten Gedanken als du ankamst und wie war die Umstellung?

In meiner Entwicklung habe ich so viele Erfahrungen gemacht die mir helfen mich an verschiedene Dinge und Orte Anzupassen. Die Umstellung war daher nicht sonderlich schwer.

Deine zweite Profistation war dann in Ludwigsburg. Wie war es für dich dort zu leben? Wie ist dein Bild der Stadt und Menschen in „Lubu“?

Ludwigsburg fand ich toll! Die Stadt war schön klein und bezaubernd und die Leute waren nett. Viel Zeit verbrachte ich in Stuttgart, ich liebte es dort! Ich hatte eine tolle Zeit und lernte viele tolle Leute kennen. Ich kann mir auf jeden fall vorstellen in so einer Umgebung mit meiner Familie zu leben.

Für EnBW Ludwigsburg zu spielen hiess zu der Zeit auch unter Coach Rick Stafford zu Spielen. Im Laufe der enttäuschenden Spielzeit zog der Verein die Reissleine und trennte sich von Stafford. Welche Eindrücke hast du von Team und Coach gesammelt?

Coach Stafford ist ein toller Mensch, doch wir sind in einem Geschäft das sehr hart ist und es dir nicht vergibt wenn du Spiele verlierst, also war er in unseren letzten Tagen nicht mehr an Bord. Ich habe gerne für ihn gespielt da ich jeden Tag lernte. Er trieb mich jeden Tag voran besser zu werden, mental und physisch. Als junger Spieler war es nicht leicht, doch von Spiel zu Spiel war ich immer besser vorbereitet auf das kommende Spiel. Coach Stafford und Coach Tyrone (McCoy) halfen mir Fortschritte zu machen und der Spieler zu werden der ich sein will. Coach Stafford’s Methoden des Trainings formten die Einstellung und Härte der Spieler. Wenn man auf das nicht vorbereitet war, dann war man auf das Spiel das er coachte auch nicht vorbereitet. Ich respektiere Ihn und Mario (Probst, damaliger Teammanager) dafür, dass sie mich vor einer Geschichte bewahrten, die in Slowenien schief ging. Sie gaben mir die Chance in die BBL zu wechseln um meine Rookie Saison doch noch anständig zu beenden.

Was kannst du nach deiner Saison hier über die BBL berichten?

Die BBL erinnert mich an eine bessere Version der NBDL (NBA Development League). Allein schon an der Art des Spiels und der Anzahl der Amerikaner in jedem Team. Es hat auf jeden fall Spaß gemacht!

Die Fans in Ludwigsburg bedauern sehr dich kommende Saison nicht mehr im EnBW-Trikot zu sehn. Könntest Du uns erzählen warum es zu keinen neuen Vertrag gekommen ist?

Mein Ziel dieses Jahr war es, in das Team der Atlanta Hawks zu kommen. Beide, Mario und ich, wussten das. Er unterstützte meine Ziele immer. Obwohl ich Ludwigsburg liebe wäre es nicht richtig zu bleiben während mein Traum zum Greifen nahe ist! Hr. Reil (1. Vorsitzender der EnBW Ludwigsburg, heute Neckar RIESEN) war ebenso sehr unterstützend. Er bemühte sich stets das Beste aus meiner Situation zu machen und sagte, ich könnte ihn immer anrufen und mit ihm über meine Zukunft sprechen, oder fragen was immer mich beschäftigt, das schätze ich sehr!

Was tust du zurzeit? Was steht als nächstes an?

Am 7. Oktober beginne ich mit den Atlanta Hawks das Trainings Camp. Ich bin sehr froh über diese Möglichkeit und habe eine gute Chance es in den Roster zu schaffen. Wenn ich alle meine Fähigkeiten abrufe und mit viel Herz rangehe, eben das alles was die Fans in Ludwigsburg von mir gesehen haben, sollte es dieses Mal klappen. Ich habe den ganzen Sommer daran gearbeitet ein besserer Werfer zu werden, und das hat sich hier in Atlanta bereits in der Vorbereitung gezeigt.

Im Vorgespräch habe ich dir erzählt welche Eindrücke du hier in Ludwigsburg bei den Fans hinterlassen hast, deine Fähigkeiten und deine Einstellung auf und abseits des Basketballfelds. Was glaubst du selbst was deine Stärken und Schwächen sind?

Auf dem Feld bin ich sehr leidenschaftlich. Ich spiele jeden Spielzug als ob er über den Ausgang des Spiels entscheiden würde! Ich bin ein guter Verteidiger und ein guter Mannschaftskammerad. Über meine Schwächen kann ich nicht viel sagen da ich stets daran arbeite. Ich würde sagen der Wurf aus dem Dribbling könnte noch besser sein, darauf konzentriere ich mich auch zur Zeit. Privat bin ich ebenso heißblütig und sehr aufgeschlossen gegenüber neuen Dingen. Ich denke Passion kann auch eine Schwäche sein da dich andere Menschen aufgrund deiner Art oder deines Typs ausnutzen könnten.

Hast du ein Ritual vor deinen Spielen oder eine besondere Vorbereitung?

Den Abend vor einem Spiel liege ich in einer Eiswanne. Außerdem brauche ich vor einem Spiel eine Massage. Am Spieltag bevor es losgeht muss ich morgens schon 200 Freiwürfe werfen und in der Bibel lesen beziehungsweise beten, was ich sowieso jeden Tag mache. Und ich muss zwei Stunden vor Spielbeginn wieder in der Halle sein um mich Warmzumachen.

Was würdest du vorziehen: Immer Rollenspieler in der NBA zu sein, oder der go to guy in einer erfolgreichen Mannschaft in Europa zu sein bei fast gleichen Gehalt?

lacht  Das ist eine sehr gute Frage! Am ende des Tages will ich einfach gewinnen…ich will der go to guy sein im Gewinnerteam! lacht erneut
In Europa zu spielen hat Spaß gemacht, im Basketball geht es für mich nicht um das Individuelle. Ich denke, wenn ich meine Fähigkeiten und mein Wissen nutzen kann um einem Team zu helfen zu gewinnen, wäre ich in beiden Beispielen glücklich!

Gibt es außerhalb vom Basketball noch Zeit für andere Sportarten, bist du Fan einer bestimmten Mannschaft? Was treibst du sonst noch in deiner Freizeit?

Wenn ich frei habe erhole ich mich sehr viel, besonders weil Freizeit immer seltener wird. Außerdem reise und lese ich sehr gern. Ich bin ein großer Football Fan, mein Team sind die Dallas Cowboys. Ich werde auch im Februar zum ersten Mal Vater, also wird meine Freizeit immer weniger.


Wo ist Frank Robinson in 6-8 Jahren? Was wird er machen, was wird er erreicht haben?

In 6-8 Jahren wird Frank Robinson in der NBA anerkannt sein als einer der Top-Verteidiger in der Liga und in einem Team spielen das um die Meisterschaft Mitspielt! Außerdem wird er ein Geschäft für die Zukunft planen und sein 6-8 Jahre altes Kind auf die Zukunft und die Herausforderungen im Leben vorbereiten.

Letzte Worte für die Fans in Ludwigsburg und der BBL!

Ich würde nicht sagen dass es die letzten Worte sind, doch ich möchte mich bei euch allen bedanken für euere vergangene und immer noch anhaltende Unterstützung! Meine Zeit in Ludwigsburg  war toll und ergiebig, und ihr habt mich mit offenen Armen empfangen! Das werde ich niemals vergessen! Wenn ihr fragen an mich habt, dann schreibt mir auf meiner Youtube Seite: http://www.youtube.com/user/banklin5 . Danke euch allen!

 

Frank Robinson spielt mommentan in der Beko BBL bei den S.Oliver Baskets Würzburg.

 

(Interview von 2010)

Der Alltag eines Basketball Junkies

Bekanntlich hat die NBA Saison wieder begonnen! Das lange Warten nach Basketball Highlights am laufenden Band hat ein Ende! Was noch ein Ende hat? Der Ausgewogene Schlaf, der vitale Morgen und der Gesunde Tagesrhytmuss! Wie das sein kann? Ein kleiner Einblick in das Leben eines Basketball-Junkies.
Man sitzt lange auf dem „Trockenen“, klar es läuft die Fußball Bundesliga und auch einige Qualifikationen der Basketball-Nationalmannschaften sind zu sehn…aber natürlich, es reicht nicht!
Dann ist in der BBL Tipoff, die „Grundversorgung“ erfolgt, doch das gewisse Etwas fehlt weiterhin.
Alte Highlights werden auf Youtube geschaut, die vergangenen NBA Finals immer wieder abgespielt, Woche für Woche, Tag für Tag.

Dann ist es soweit, der Finale Countdown auf NBA.com läuft, nur noch wenige Stunden bis in der spektakulärsten Liga der Welt endlich wieder der Ball durch die Reuse fliegt oder eben auf sehr kreative Art mit voller Wucht hindurchgestopft wird. Vorräte werden eingekauft, sicher Snacks aber vor allem koffeinhaltige Getränke! Auf der Couch oder im Bett gemütlich gemacht, wird der League Pass (oder wahlweise Stream) gestartet. Dass das Schauen des NBA Spieltages einem Rausch für solch eine Art Mensch gleichkommt muss man nicht erwähnen. Man zuckt bei jedem Dunk, Crossover, Ankle Breaker oder Block zusammen, oder feiert ihn lauthals, aufrecht stehend auf Couch/Bett. Die Zweite Sorte Mensch muss dann folglich auch ein inniges, liebevolles Verhältnis mit seinen Nachbarn hegen und ist der Liebling seiner Straße. Doch eine NBA Saison in Europa ist erst dann pefekt wenn die Übertragung hängt oder das traditionelle, Weltweit gehasste Standbild in den Pausen zu sehen ist (da weisste BEKO Werbung erst zu schätzen).
Wenn also Blake Griffin (so gegen 3 Uhr morgens) seinen Zuschauer auf Betriebstemperatur gebracht hat, und dieser auch seine lieben Nachbarn zum fünfzehnten Mal dazu Zwang Frühsport mit dem Besenstiel zu betreiben, ist eine Pause angebracht. Eine kleine Stärkung und nochmal die Kontrolle der eingestellten Zeit am Wecker und ab vor die Kiste um das Game zu Ende zu schauen. Schwer löst man sich vom Nachprogramm (Interviews, Highlights) um endlich die letzten ein, zwei Stündchen Schlaf mitzunehmen.

Der Wecker klingelt! Das Aufstehen hat was von Rocky 3 und 4, als hätte Clubber Lang und Ivan Drago im Verbund einen vor wenigen Stunden gewaltig die Fresse poliert. Nur dass Adrian einem nicht zur Seite steht wenn man am am Bod.. ähm im Bett liegt! Sabbernd liegt man recht verrenkt, schief im Bett (falls man es bis dahin geschafft hat). „Der Wecker klingelt? Das kann garnicht sein ich habe mich doch gerade eben hingelegt!“. DENKSTE, denn was sich so anfühlt war vor gut zwei Stunden! Auf allen Vieren geht es dann Richtung Bad…das aber leider über ungewollte Umwege durch Wohnzimmer und Küche erst im dritten Anlauf gefunden wird. Nach der Katzenwäsche mit halb offenen Augen (Spiegelbild dadurch besser zensiert) sammelt man ein paar Reste aus der Küche ein um das Frühstück im Auto/Bus nachzuholen. Dass zwischendurch die Kloschüssel gefunden wurde und das „Morgengeschäft“ im Waschbecken oder Wanne vermieden wurden konnte, soll am Ende des Tages als Erfolgserlebniss gelten!
Bei der Arbeit angekommen werden die Reste der koffeinhaltigen Getränke im Magen entsorgt und auf Handy oder Rechner nebenbei die Stats der vergangenen Spiele (wovon man die meisten gesehen hat) nochmals analysiert. Auf die Frage der Kollegen welches Spiel man geschaut und wer gewonnen hat kann man schwer antworten. Es ist zwar erst wenige Stunden her aber das Gesehene ist größtenteils wie ausgelöscht, gut dass man die Statistiken gerade zur Hand hat.
Bei der Gelegenheit wird auch gleichzeitig der Fantasy Manager gecheckt. Wie haben meine Spieler gespielt? Wo stehe ich gerade? Nach einen Blick darauf kann der morgentliche Frust auch gleich mit raus: „Dieser untalentierte Sack, da zahl ich drei Millionen und der ist zu blöd den Ball über die Mittellinie zu bringen ohne ihn sechs Mal zu verlieren, was kann der überhaupt?“ So hat auch der im Manager-Spiel ausgewählte NBA-Profi sein Fett vom alleswissenden Basketballexperten abbekommen, der einen Basketball höchstens gerade mal expertenhaft aufpumpen könnte und dessen Jahreseinkommen ungefähr das ist, was der besagte Profi warscheinlich pro Stunde Verdient!
Der Arbeitstag verläuft in Trance, einfachste Bewegungen bringen einen zum verzweifeln, jedes noch so kleine Geräusch nervt, von Kollegen mal abgesehn.
In der Mittagspause kehrt langsam die Erinnerung des Gesehene zurück (auch weil das Handy am Arbeitsplatz weiter läuft). Jetzt ist es an der Zeit die Kumpels zu kontaktieren über SMS und sonstigen Spielereien: „Hast du den gesehen? Wie schlecht sind die denn? Wahnsinn wie gut der Kerl ist“ Klar, jeder hat es gesehn, und man selbst inzwischen mehrmals, aber solche Gespräche brechen eben wie ein Alien aus einem raus. Da ist es endlich, das Grinsen, der Gedankliche Flashback des Spieltages. „Oh ja, war das geil“! Gottseidank, die Nacht war nicht umsonst.

Nach Feierabend geht es nach Hause…mit den wirklich allerletzten Kräften. Passend zum äusserlichen Erscheinungsbild fühlt und bewegt man sich nun wie ein Zombie durchs Haus. Bevor es ins Bett geht muss man sich noch meist sehr weise Sprüche von Freunden, Verwandten, Frau oder Freundin anhören. Hier meine Klassiker:
-Es ist nur Sport
-Es gibt wichtigeres
-Geh mal einfach zeitig ins Bett
-Ich versteh dich echt nicht
…und mein absoluter Favorit:
-Schau doch einfach die Wiederholung!
Hä? Die Wiederholung? Dann weiss ja jeder vor mir bescheid, die Spannung ist weg denn das war ja alles dann schon, das Event-Feeling ist da garnicht da…Nein, niemals! Dann heisst es ab ins Bett, noch ein paar Stunden Schlaf bis zum nächsten Tipoff und nem langen Tag danach.
Kann man sowas vermisst haben?!

The X-Factor

Alba’s DaShaun Wood zieht das Tempo immer wieder an! Er schlägt Haken, täuscht einen Drive zum Korb an um anschliessend sich mit einem Step-Back Platz zu verschaffen, und er läuft um Picks…eine Menge Picks. Doch egal was der ehemalige MVP versucht, sein Gegenspieler klebt regelrecht an ihm wie eines dieser Kaugummis die man mit der Schuhsole mitnimmt und vergebens versucht es wieder herunterzupulen. Doch es ist nicht nur die Schnelligkeit seines gegenübers die es Wood so schwer macht an diesen Samstag Abend in Ludwigsburg. Nein, Wayne Bernard verteidigt als ob seine Ehre auf dem Spiel steht, als ob es Spiel 5 in den Finals wäre…als wäre es sein letztes! Er hechtet förmlich um die Blöcke, schiebt sich wie ein Besessener immer wieder vor seinen Gegenspieler mit aller Kraft, entschlossen, aggressiv und dennoch sauber. Doch trotz solch einer intensiven und kampfbetonten Defense hat Bernard noch die Ruhe und das Händchen um im Gegenzug die wichtigen offenen Dreier zu versenken.

Wayne Bernard? Ja, Richtig! Der „Fehleinkauf“ Wayne Bernard wie die Ludwigsburger Fanszene über ihn schrieb. Der Wayne Bernard, der als zu teuere Passstation betitelt wurde, zwar solide wäre, aber diesen Ludwigsburger Team nicht weiterhelfen würde. Auch ich selbst zählte mich zu dessen Kritikern, zwar waren mir dessen Qualitäten wohl bewusst, doch ich wollte in Ludwigsburg lieber einen scorenden Forward sehen statt einen weiteren Guard hinter Taylor,  Staiger und Bekteshi (zumal Jackson ja noch folgte). Ein Stafford Terrier (nicht auf den Hund sondern den Trainer bezogen) schien für mich der falsche Baustein für dieses Team dem es eher an athletischen Scorern fehlte.

Doch seit Saisonbeginn belehrt uns Wayne Bernard eines besseren. „Mr. Effektiv“ wäre wohl ein passender Spitzname. Zugegeben, durch die Ohren ähnelt der Mann mit der Nummer 34 von weitem auch Ex-Laker Jordan Farmar, doch bleiben wir beim Wesentlichen.  Denn in den bisherigen 6 Spielen fiel Bernard vor allem als Fels in der Brandung auf! Gegen Frankfurt, Bayern und Berlin bewies der 30-Jährige Combo-Guard dass sich sein Team auf ihn verlassen kann. Beim Auswärtssieg in Ulm zeigte er gar neben seinen Defense-Künsten, dass er auch scoren kann wenn das Team es braucht. Dass er wieder einmal Kapitän in seinem Team ist, ist also kein Zufall. Geschätzt wird sein Spiel und seine Art nicht nur von den Fans in jeder Stadt in der er schon spielte, sondern auch von seinen Mitspielern und Coaches. Bernards Routine kommt nicht von ungefähr. Nach seinen 5 College-Jahren in der NCAA bei den Davidson Wildcats sammelte der 1,90 große Guard Erfahrung in Israel, Griechenland, Schweden, Frankreich und Finnland bevor er in der BBL über den MBC, den LTi Gießen in der Barockstadt landete. Wenn man sich mit ihm unterhällt merkt man schnell wie er tickt, und welcher Typ Spieler er ist. „Ich spiele dieses Spiel um zu gewinnen, nicht um einen Scoring-Titel zu bekommen. Beides wäre natürlich schön, doch für mich persönlich überwiegt das Gefühl des Sieges, das Gefühl der Niederlage, egal wieviele Punkte ich in dem Fall erzielt habe“. Für unnötiges Getöse und Shows wie die businessorientierte Zelebrierung des Lebron James für den Wechsel zu den Heat hat er nichts übrig, empfindet es eher als lächerlich. Klingt nach jemanden, der sein Blick nur auf das Wesentliche richtet!

Sicherlich, Bernard ist nicht mehr die Art Spieler von dem man erwarten kann dass er das komplette Spiel an sich reist, die meisten Würfe nimmt, versucht spiele alleine zu entscheiden. Dies kann er und muss er vor allem an der Seite eines Taylor, Staiger und Turek nicht. Doch als Mentaler Leader, Antreiber und Rückhalt ist er innerhalb weniger Spiele von einer „unnötiger Verpflichtung“ zum absoluten Glücksgriff bei den Fans der Neckar RIESEN aufgestiegen und als X-Faktor kaum aus dem Kader zu denken. Bernard könnte den „not in my house“ Spirit aus der ehemals gefürchteten Ludwigsburger Rundsporthölle zurückbringen, diesmal in die MHP Arena.

Man darf gespannt sein wievielen Gegenspielern Mr. Effektiv noch den Nerv rauben  und dabei seinem Team zum Sieg verhelfen wird.