
Rajvosa: Frank, wie kamst du zum Basketball?
Frank Robinson: ich habe mit 5 angefangen. ich habe meine ganze Kindheit eigentlich Football gespielt und was Basketball betrifft war ich nicht wirklich gut! meine älteren Cousins wollten mich nie mitspielen lassen, nun lasse ich sie nicht mitspielen. lacht
in der High School wollten alle meine freunde beide Sportarten betreiben. ich ging also zum Try Out für das High School Basketball Team und schaffte es nicht. das machte mir zu schaffen und auch meine freunde lachten mich aus. also ging ich die nächsten 3 Monate auf einen Freiplatz in meiner nähe und trainierte für mich selbst! und mitten in der Saison bat ich den coach um ein erneutes Try Out was er auch tat. ich schaffte es diesmal ins Team und wurde Topscorer, nicht nur meines Teams sondern der Liga! ich entwickelte mich dann so schnell dass mir der coach mir erlaubte von der jüngsten Mannschaft in die ältere zu kommen. seit da treibe ich mich selbst voran immer besser zu werden!
Rajvosa: Zurück zu deiner Kindheit. du bist in Compton, California geboren und aufgewachsen. warst du jemals in Probleme oder Konflikte involviert für die Compton berüchtigt ist?
FR: Meine Kindheit war hart, doch ich wurde beschützt durch mein Onkel und meiner Großmutter. meine Eltern waren nicht zusammen also versuchte meine Mutter uns, meine Schwester und zwei jüngere Brüder, alleine großzuziehen. bedauerlicherweise kämpfte sie gegen ihre Drogensucht also musste ich mich in einem sehr jungen alter, früh um meine Familie kümmern da ich von uns Kindern das älteste war. ich hatte einen job und sorgte dafür dass meine Geschwister jeden Abend was zu essen hatten. wir waren auch ein Jahr obdachlos und lebten in zahlreichen Obdachlosenheimen und bei diversen freunden. irgendwann rief ich meine Großmutter an und sprach mit ihr darüber, daraufhin nahm sie uns bei sich zuhause auf.
in Compton aufzuwachsen ist definitiv hart doch durch das harte leben dort entwickelte ich mich zu einer stärkeren Person, und diese härte verhalf mir Situationen zu bewältigen die ich ohne diese Erfahrungen so nicht bewältigt hätte! ich war nie involviert in diese gefährlichen Dinge die um mich herum passierten doch waren sie stets vor meinen Augen. ich sah auf jeden fall viele dinge die ein Kind nicht sehen sollte, und je älter ich wurde, desto schlimmer wurden diese dinge. doch glücklicherweise nahm uns meine Großmutter auf als ich 14 war und brachte uns in eine andere Umgebung.
Welcher Spieler hat dich inspiriert in deinen Anfängen und warum?
ich hatte nicht wirklich einen Lieblingsspieler als ich anfing mit Basketball. die ersten Spieler die ich mir sehr gerne ansah waren Sedale Threatt, Eddie Jones und Nick van Axel…ich war also ein großer Lakers Fan! Spieler die ich eher studierte waren Michael Jordan und Kobe Bryant weil sie so komplett waren, sie waren beide nicht nur großartige Scorer sondern ebenso gute Verteidiger!
Wie war deine College zeit? was sind deine eindrücke von der “March Madness”?
Das College war großartig für mich und eine Zeit die jeder Jugendliche erlebt sollte, wie ich finde. ich finde auch dass das College die jugendlichen so formt, wie sie als erwachsene schlussendlich werden. das Jahr in dem ich im “March Madness” spielte war für mich der Anfang meiner Karriere. ich fühlte immer dass ich es einmal in die NBA schaffe, doch in mein senior Jahr sah ich meinen Traum vor Augen langsam Realität werden. doch das Turnier war auch ein Traum für sich, die Atmosphäre ist atemberaubend und alles was man so von anderen Spielern davon hört ist wahr! es war einfach unbeschreiblich!
Wie kamst du zu deinem Spitznamen “big bank”?
mein Spitzname “big bank” ist eigentlich die Kurzform des ursprünglichen Spitznamen aus Collegezeiten “big bank Frank, unstoppable like a tank” (unaufhaltsam wie ein Panzer). In dem Sommer vor meiner Sophomore Saison spielte ich in dieser Summer Nike League in Los Angeles gegen die besten Spieler der Westküste. Mein Team spielte gegen das Team von Aaron Affalo, der nun für die Denver Nuggets spielt. Ich schenkte ihnen 28 punkte in 3 Vierteln ein und der Ansager schrie: “BIG BANK FRANK UNSTOPPABLE LIKE A TANK”! Er meinte der Coach will den Ball in meinen Händen sehn wenn er Punkte braucht, wie die Leute zur Bank gehen wenn sie Geld brauchen. Am nächsten Tag nannte mich jeder “big bank Frank”. An diesen Tag spielte ich gegen Nick Young von den Washington Wizards und machte 33 Punkte. ich führte die Summer League in Punkten an, Nick Young wurde zweiter.
Apropos Summer League, was sind deine Eindrücke davon und dem Camp mit den Atlanta Hawks? Wie fühltest du dich nach dem letzten Cut?
Als ich gecuttet wurde war ich am Boden zerstört! Als wir ins Camp einstiegen wusste ich dass ich keine Chance habe es in die Mannschaft zu schaffen da nur 14 Spieler dabeibleiben durften und ebenso 14 schon unter Vertrag standen. Aufgrund meines Selbstvertrauens und meiner kämpferischen Natur, nahm ich das als Herausforderung und ignorierte diesen Fakt! Ich war sehr nah dran, doch am Ende hat es nicht gereicht. Es war das Beste nach Europa zu gehen und mich als Spieler noch mehr zu Entwickeln. Nun bin ich ein besserer Spieler und habe dieses Jahr eine bessere Chance es in das Team der Hawks zu schaffen!
Deine erste Profistation war Slowenien. Was waren deine ersten Gedanken als du ankamst, wie war die Umstellung?
In meiner Entwicklung habe ich so viele Erfahrungen gemacht die mir helfen mich an verschiedene Dinge und Orte Anzupassen. Die Umstellung war daher nicht sonderlich schwer.
Und wie war deine zweite Profistation Ludwigsburg? Wie war es für dich dort zu leben? Wie waren die Eindrücke von Stadt und Leute? Wie war dein Alltag?
Ludwigsburg fand ich toll! Die Stadt war schön klein und bezaubernd und die Leute waren nett. Viel Zeit verbrachte ich in Stuttgart, ich liebte es dort! Ich hatte eine tolle Zeit und lernte viele tolle Leute kennen. Ich kann mir auf jeden fall vorstellen in so einer Umgebung mit meiner Familie zu leben.
Wie war es für die EnBW Ludwigsburg zu spielen, vor allem für Coach Rick Stafford?
Coach Stafford ist ein toller Mensch, doch wir sind in einem Geschäft das sehr hart ist und es dir nicht vergibt wenn du Spiele verlierst, also war er in unseren letzten Tagen nicht mehr an Bord. Ich habe gerne für ihn gespielt da ich jeden Tag lernte. Er trieb mich jeden Tag voran besser zu werden, mental und physisch. Als junger Spieler war es nicht leicht, doch von Spiel zu Spiel war ich immer mehr vorbereitet auf das kommende Spiel. Coach Stafford und Coach Tyrone halfen mir Fortschritte zu machen der Spieler zu werden der ich sein will. Coach Stafford’s Methoden des Trainings formten die Einstellung und Härte der Spieler, wenn man auf das nicht vorbereitet war, dann war man auf das Spiel das er coachte auch nicht vorbereitet. Ich respektiere Ihn und Mario dafür, dass sie mich vor einer Situation bewahrten, die in Slowenien schief ging. Sie gaben mir die Chance rüberzuwechseln und so beendete ich meine Rookie Saison anständig.
Was sind deine Eindrücke von der BBL?
Die BBL erinnert mich an eine bessere Version der NBDL (NBA Development League). Allein schon an der Art des Spiels und der Anzahl der Amerikaner in jedem Team, es hat auf jeden fall Spaß gemacht!
Die Fans in Ludwigsburg bedauern sehr dich kommende Saison nicht mehr im EnBW-Trikot zu sehn, könntest Du uns erzählen warum es zu keinem neuen Vertrag gekommen ist?
Mein Ziel dieses Jahr war es, in das Team der Atlanta Hawks zu kommen. Beide, Mario und ich wussten das. Er unterstützte meine Ziele immer. Obwohl ich Ludwigsburg liebe wäre es nicht richtig zu bleiben während mein Traum zum Greifen nahe ist! Hr. Reil war ebenso sehr unterstützend. Er bemühte sich stets das Beste aus meiner Situation zu machen und sagte ich könnte ihn immer anrufen und mit ihm über meine Zukunft sprechen oder fragen was auch immer mich beschäftigt, das schätze ich sehr!
Was tust du zurzeit? Was steht als nächstes an?
Am 7. Oktober beginne ich mit den Atlanta Hawks das Trainings Camp. Ich bin sehr froh über diese Möglichkeit und habe eine gute Chance es in den Roster zu schaffen. Wenn ich alle meine Fähigkeiten abrufe und mit viel Herz rangehe, eben das alles was die Fans in Ludwigsburg von mir gesehen haben, sollte es dieses Mal klappen. Ich habe den ganzen Sommer daran gearbeitet ein besserer Werfer zu werden, und das hat sich hier in Atlanta bereits in der Vorbereitung gezeigt.
Im Vorgespräch habe ich dir erzählt welche Eindrücke du hier in Ludwigsburg bei den Fans hinterlassen hast, deine Fähigkeiten und deine Einstellung auf und abseits des Basketballfelds. Was glaubst du selbst was deine Stärken und Schwächen sind?
Auf dem Feld bin ich sehr leidenschaftlich, ich spiele jeden Spielzug als ob er über den Ausgang des Spiels entscheiden würde! Ich bin ein guter Verteidiger und ein guter Mannschaftskammerad! Über meine Schwächen kann ich nicht viel sagen da ich stets daran arbeite, ich würde sagen der Wurf aus den Dribbling könnte noch besser sein, darauf konzentriere ich mich auch zur Zeit. Privat bin ich ebenso heißblütig und sehr aufgeschlossen gegenüber neuen Dingen. Ich denke Passion kann auch eine Schwäche sein da dich andere Menschen aufgrund deiner Art oder deines Typs ausnutzen könnten.
Hast du ein Ritual vor deinen Spielen oder eine besondere Vorbereitung?
Den Abend vor einem Spiel liege ich in einer Eiswanne. Außerdem brauche ich vor einem Spiel eine Massage. Am Spieltag bevor es losgeht muss ich morgens schon 200 Freiwürfe werfen und in der Bibel lesen beziehungsweise beten, was ich sowieso jeden Tag mache. Und ich muss zwei Stunden vor Spielbeginn wieder in der Halle sein um mich Warmzumachen.
Was würdest du vorziehen: Immer Rollenspieler in der NBA zu sein, oder der go to guy in einer erfolgreichen Mannschaft in Europa zu sein bei fast gleichen Gehalt?
lacht Das ist eine sehr gute Frage! Am ende des Tages will ich einfach gewinnen…ich will der go to guy sein im Gewinnerteam! lacht erneut
In Europa zu spielen hat Spaß gemacht, im Basketball geht es für mich nicht um das individuelle. Ich denke, wenn ich meine Fähigkeiten und mein Wissen nutzen kann um einem Team zu helfen zu gewinnen, wäre ich in beiden Beispielen glücklich!
Gibt es außerhalb vom Basketball noch Zeit für andere Sportarten, bist du Fan einer bestimmten Mannschaft? Was treibst du sonst noch in deiner Freizeit?
Wenn ich frei habe erhole ich mich sehr viel, besonders weil Freizeit immer seltener wird. Außerdem reise und lese ich sehr gern. Ich bin ein großer Football Fan, mein Team sind die Dallas Cowboys. Ich werde auch im Februar zum ersten Mal Vater, also wird meine freie Zeit immer geringer.
Wo ist Frank Robinson in 6-8 Jahren? Was wird er machen, was wird er erreicht haben?
In 6-8 Jahren wird Frank Robinson in der NBA anerkannt sein als einer der Top-Verteidiger in der Liga und in einem Team spielen das um die Meisterschaft Mitspielt! Außerdem wird er ein Geschäft für die Zukunft planen und sein 6-8 Jahre altes Kind auf die Zukunft und die Herausforderungen im Leben vorbereiten.
Letzte Worte für die Fans in Ludwigsburg!
Ich würde nicht sagen dass es die letzten Worte sind, doch ich möchte mich bei euch allen bedanken für euere vergangene und immer noch anhaltende Unterstützung! Meine Zeit in Ludwigsburg war toll und ergiebig, und ihr habt mich mit offenen Armen empfangen! Das werde ich niemals vergessen! Wenn ihr fragen an mich habt, dann schreibt mir auf meiner Youtube Seite: http://www.youtube.com/watch?v=ICuJP_l2mNk&feature=channel. Danke euch allen!
www.dunking-dukes.de bedankt sich herzlich für das Interview!
Interview by rajvosa